Marianne Blumenbecker

1926 – 2015

Beckum

Wirtschaft/Unternehmen
Soziales Engagement

Marianne Blumenbecker

Marianne Blumenbecker
in Studienzeiten

© Blumenbecker AG

Die Beckumerin Marianne Blumenbecker war eine erfolgreiche und gesellschaftlich engagierte Unternehmerin zu einer Zeit, als Frauen in Führungspositionen noch die Ausnahme waren.
Der Vater führte eine Ankerwickelei, in der Elektromotoren und Maschinen – überwiegend für die Zementindustrie – repariert wurden. Der Familienbetrieb prägte ihr Leben.
Marianne erwies sich als herausragende Schülerin. Aber sollte das Mädchen deswegen aufs Gymnasium? Ihre Eltern stimmten diesem Schulwechsel erst auf Drängen der Englischlehrerin zu. Eine höhere Schulbildung entsprach nicht dem Rollenbild der Zeit. Marianne gehörte 1946 zu den besten ihres Abiturjahrgangs. Sie studierte in Münster, München und Köln und schloss das Studium der Betriebswirtschaft mit dem „geprüften Diplom-Kaufmann“ ab.
Parallel zum Studium arbeitete sie intensiv im elterlichen Betrieb mit und organisierte die Verwaltung und das Rechnungswesen. Zugleich wurde sie mit ihrem drei Jahre jüngeren Bruder Bernhard Kommanditistin im väterlichen Unternehmen.

Marianne Blumenbecker erwies sich als eine zielstrebige, hartnäckige und begeisterungsfähige Frau. Die vorgezeichnete Frauenrolle der 50er Jahre als Ehefrau und Mutter am heimischen Herd war nicht ihr Ding. 1954 machte sie sich mit einem eigenen Betrieb in Ahlen selbständig – dem Elektrogroßhandel. „M. Blumenbecker KG“, war sie sich doch sicher, dass die meisten hinter der Abkürzung einen männlichen Vornamen vermuteten. Von jenen Kunden, die sie als Kollegen des Vaters kennengelernt hatte, nahm sie an, dass diese „bei so einem kleinen Mädchen, das sowieso bald Pleite macht“ nicht einkaufen würden.

Bereits 1960 hatte das Unternehmen acht Mitarbeitende. Doch Marianne sah das Potenzial der Elektrotechnik und erweiterte 1962 das Geschäft um ein Ingenieurbüro sowie eine Fertigung für Schaltanlagen. 1966 fusionierte die M. Blumenbecker KG mit dem elterlichen Betrieb. Marianne Blumenbecker wurde Hauptgesellschafterin der Blumenbecker KG. Sie und ihr Bruder führten die Firma bis zu Mariannes Rückzug fast 30 Jahre erfolgreich gemeinsam mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
Ihr Anliegen war es, wirtschaftliche Interessen in die Politik einzubringen. Die Initiative zum Aufbau einer CDU-Mittelstandsvereinigung 1969 in Beckum war die logische Konsequenz dieser Grundhaltung.
Marianne Blumenbecker war eine weltoffene, kontaktfreudige Frau, sie reiste viel, ließ sich inspirieren. Sie war kunstinteressiert und hat erheblich dazu beigetragen, dass in Beckum ein modernes Stadtmuseum entstand.
1987 wurde ihr das Bundesverdienstkreuz verliehen.
Die Entscheidung zur Gründung der Marianne Blumenbecker Stiftung anlässlich ihres 70. Geburtstag unterstreicht ihr großes gesellschaftliches Engagement.
Marianne Blumenbecker war es wichtig, Bildung und Wissenschaft, Kultur, ein Projekt für Kinder und Jugendliche des Vereins Mütterzentrum Beckum e.V., sowie die Beratungsstelle des örtlichen Vereins Frauen helfen Frauen e.V. durch ihre Stiftung zu fördern.