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„Alles was ich mache, soll mir aus dem Herzen kommen.“

Hilde Schürk-Frisch

1915 – 2008

Ennigerloh

Kunst/Architektur

Foto aus: Hilde Schürk-Frisch, Werkauswahl 1940-1994, Warendorf 1994.

Die freischaffende Bildhauerin Hilde Schürk-Frisch lebte fast ihr ganzes Leben in Münster. Viele ihrer Werke finden sich in dieser Stadt, aber auch in den Städten des weiteren Münsterlandes und in der ganzen Welt.

Geboren wurde sie 1915 in Ennigerloh als achtes von zwölf Kindern. Die Schwestern der Hildegardisschule in Münster, die sie ab 1925 unterrichteten, entdeckten ihr bildhauerisches Talent bei der Anfertigung von Tonarbeiten. Noch vor dem Abitur erhielt sie durch zwei Bildhauer erste Unterrichtsstunden. Sie machten ihr Mut, diesen Beruf zu erlernen.
Die Eltern waren der Überzeugung, dass jeder einen Beruf nach seiner Neigung ausüben solle, und unterstützten ihre Wahl. So konnte sie in München an der Kunstakademie und in Berlin an der Akademie für bildende Künste ihr Studium aufnehmen.
Als ihr Vater 1937 starb, meißelte sie das Grabrelief in Ennigerloh. 1938 heiratete sie den Juristen Dr. Josef Schürk, der sie darin bestärkte, als Bildhauerin zu arbeiten. Bereits 1939 wurde er eingezogen. Aus der Ehe entstammen drei Töchter, die Hilde Schürk-Frisch nach dem Tod ihres Mannes in den letzten Kriegstagen nun alleine großziehen musste. In der Kriegszeit wurde die Familie nach Ennigerloh evakuiert, wo die Künstlerin in einem Pferdestall ihr Atelier einrichtete. Hier arbeitete sie vor allem an Porträts der heimischen Bevölkerung.

Nach dem Krieg zog Hilde Schürk-Frisch wieder nach Münster, wo sie im Garten ihres Hauses ein Atelier einrichtete, welches sie als ihr „eigentliches Wohnzimmer“ bezeichnete. Häufiger Gast in ihrem Atelier war der Philosoph Josef Pieper, der eine enge Freundschaft zu ihr unterhielt und zahlreiche ästhetisch-philosophische Gedanken zu ihrem Werk verfasste. Zunehmend bekam sie öffentliche Aufträge von Städten und Kirchengemeinden. Sie wandte sich verstärkt religiösen Motiven zu, aber auch Themen, die sich gegen Krieg und Gewalt richten. Als Beispiel sei hier „Der Mahner“ aus dem Jahr 1967 genannt.
Im Jahr 2005 wurde in Paderborn ein Skulpturengarten mit 14 ihrer Werke eröffnet.


Edith Barth